Die sardische Küche ist die Küche der Hirten und Bauern: wenige Zutaten, viel Zeit und großer Respekt vor dem, was das Land gibt. Sie unterscheidet sich deutlich von der Küche des italienischen Festlands, und jede Gegend der Insel hat ihre eigenen Spezialitäten. Hier sind zwölf Gerichte, nach denen du Ausschau halten solltest.
Brot
- Pane Carasau: hauchdünne, knusprige Brotfladen, zweimal gebacken, damit sie monatelang halten. Es war das Brot, das die Hirten auf die Weiden mitnahmen. Man isst es pur, mit Öl und Salz oder in Brühe eingeweicht als Pane Frattau, geschichtet mit Tomatensauce, Pecorino und einem pochierten Ei.
- Spianata: ein weiches, rundes Fladenbrot. Das aus Ozieri, unserer Stadt, ist auf der ganzen Insel bekannt.
Frische Pasta
- Malloreddus: kleine, gerillte Gnocchetti aus Grieß, oft mit Wurst-Tomatensauce. So machst du sie selbst.
- Culurgiones: Teigtaschen mit Kartoffeln, Pecorino und Minze, verschlossen mit dem Ährenmuster. Hier ist unser Rezept.
- Fregola: kleine, geröstete Grießkügelchen, oft mit Venusmuscheln oder in Brühe gekocht.
- Su Filindeu: eine seltene Pasta aus hauchfeinen Fäden, die nur noch wenige Frauen in Nuoro herstellen. Du wirst sie vielleicht nie probieren, aber es lohnt sich zu wissen, dass es sie gibt.
Käse
- Pecorino Sardo: Schafskäse, jung oder gereift, zu jeder Mahlzeit. Unser Artikel über Pecorino Sardo erklärt die Unterschiede.
- Fiore Sardo: ein Hirtenkäse aus Rohmilch, oft leicht geräuchert.
Fleisch
- Porceddu: Spanferkel, langsam am Spieß über Holzglut gegart, mit knuspriger Haut, oft auf Myrtenzweigen serviert.
- Agnello: Lamm, gebraten oder geschmort, ein fester Bestandteil von Frühling und Festtagen in den Hirtengegenden.
Wenige Zutaten und viel Zeit: Das ist das ganze Geheimnis der sardischen Küche.
Süßes
- Seadas: frittiertes Gebäck mit frischem Schafskäse und Zitronenschale, heiß serviert mit Honig, am liebsten mit dem leicht bitteren Erdbeerbaumhonig.
- Sospiri di Ozieri: kleine Mandelsüßigkeiten mit Glasur, jede einzeln in farbiges Fransenpapier gewickelt. Eine Spezialität unserer Stadt, verschenkt zu Hochzeiten und Taufen.
Zum Trinken
Sardinien ist bekannt für den Cannonau, einen kräftigen Rotwein, und den Vermentino, einen frischen Weißwein. Zum Abschluss eines Essens ist ein Gläschen Mirto, der Likör aus Myrtenbeeren, fast Pflicht.
Am Ursprung probieren
Am besten verstehst du die sardische Küche, wenn du selbst kochst. In unserem Pasta-Kurs machst du mit uns Culurgiones oder Malloreddus und setzt dich danach an den Tisch. Auf dem Hof stellen wir außerdem natives Olivenöl extra aus Bosana-Oliven her, das du per Nachricht bei uns kaufen kannst.
Titelbild: Porceddu am Spieß, Foto von Japs 88, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Bilder verkleinert und konvertiert.



